Der Merkur 34c – Eine scharfe Sache

Merkur 34c Rasierhobel

Rasieren mit dem Rasierhobel – früher auch als Sicherheitsrasierer genannt – war die am weitesten verbreitete Rasur-Methode in den großen Industriestaaten in der Zeit vom ersten Weltkrieg bis in die siebziger Jahre. Erfunden wurde der Rasierhobel als sichere Alternative zur Messer-Rasur, ermöglicht durch die um die Jahrhundertwende von Gillette und Nickerson zuvor erfundene Rasierklinge aus flachem Bandstahl. Rasierhobel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die drei gängigsten Varianten sind der Butterfly-Mechanismus, der zweiteilige und dreiteilige Hobel. Bei allen Varianten wird die handelsübliche Rasierklinge in den Rasierhobel eingeklemmt und ermöglicht durch eine kurz gehaltene Schnittfläche und eine Abwinklung eine sichere Rasur. Hier geht es im Weiteren um den Merkur 34c aus Solingen.

 

Produktinformation

Der Merkur Rasierhobel 34c ist ein zweiteiliger Rasierhobel aus der Solinger Werkstatt der Firma Merkur. Durch drehen einer Rändelschraube am relativ kurzen Griffstück, lässt sich der Kopf, welcher durch eine angebrachte Gewindestange gehalten wird, einfach vom Griffstück lösen. Die Klinge wird in der Auflage eingelegt und durch anziehen der Rändelschraube im Rasierhobel fixiert. Der Merkur 34c verfügt über einen geschlossenen Kamm, was eine sanfte Rasur ermöglichen soll. Mit ungefähr 80g Gesamtgewicht, wiegt der Merkur 34c in etwa so viel wie eine angebissene Schokoladentafel mit der lila Kuh.

 

Eigene Erfahrung mit dem Merkur 34c

Nach meinen ersten Erfahrungen mit einem Gillette Standard Kunststoff-Hobel sollte ein Rasierhobel mit etwas mehr Wertigkeit und Ästhetik her. Nach einigen Recherchen im Internet (es gibt da tatsächlich Foren, die sich mit der Thematik Nassrasur beschäftigen) viel meine Wahl auf den Merkur 34c. Der Rasierhobel liegt durch seinen kurzen, aber dicken Griff gut in der Hand. Eine feine Riffelung sorgt dafür, dass dies auch bei nassem Rasierhobel so bleibt. Die Klinge lässt sich schnell und sicher über die Rändelschraube einspannen – schön, dass die sich endlos dreht und somit nicht unbeabsichtigt abfallen kann.

Der Rasierhobel ist wirklich sehr gut für den Anfänger geeignet. Der optimale Rasierwinkel von ca. 30 Grad lässt sich schnell finden und der Merkur gleitet wirklich sanft über die Haut. Ich habe mich tatsächlich noch nicht einmal damit geschnitten. Es gibt vom gleichen Hersteller natürlich noch andere Rasierhobel: offene (Kamm) oder geschlossene Kante, mit Verstellmechanismus, langen und kurzen Griffausführungen. Mir persönlich liegt der kurze, dicke, Griff des Merkur 34c sehr gut – ich halte ihn mit Daumen und Zeigefinger hinter dem Kopf und unterstütze mit dem kleinen Finger am Griffende. So lässt sich angenehm und ohne Druck auszuüben eine gute Rasur durchführen.

Die Reinigung geht einfach von der Hand – hierzu halte ich den Rasierer einfach unter fließendes, heißes, Wasser und reinige den Kopfteil (nicht die Klingen) kurz mit einem sauberen Handtuch. Einen Sturz hat der Rasierhobel noch nicht erlebt, aber aufgrund des Eigengewichtes ist ein Einschlag auf die Badezimmerfliesen zu vermeiden.

Ich habe meinen Merkur 34c über den Internethandel bestellt, dazu habe ich gleich eine Schutztasche aus Leder für die Reise erhalten. Das ist wirklich praktisch, denn man kann den Rasierer so mitsamt eingespannter Klinge sicher transportieren.

Eine kleine Empfehlung noch was die Klingen angeht: ich verwende Rasierklingen der Marke Astra. Die Klingen kosten ein Bruchteil der sehr scharfen japanischen Feather, kommen aber fast an deren Schärfe heran.

Weiterführende Links:

www.dovo.com
www.nassrasur.com
www.scharferladen.de

 

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